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Termin Informationen:

  • Mo
    08
    Mrz
    2021

    Aufruf zur feministischen Demo am 8. März

    16:30Porta-Nigra-Platz, Trier

     

     

     

     

    Auch 100 Jahre nach dem ersten internationalen Kampftag der Frau* am 8. März 1921 ist es noch immer notwendig, Gleichberechtigung von Männern* und Frauen* in allen Lebensbereichen zu fordern. Auch wenn es mühsam ist, jedes Jahr und jeden Tag aufs Neue nicht nur auf strukturelle Benachteiligungen hinzuweisen und sie klar zu benennen, sondern auch in der Schule, an der Uni, am Arbeitsplatz und Zuhause für Gleichberechtigung zu kämpfen, lassen wir uns nicht mit Kompromissen abspeisen und einschüchtern!

    Während noch immer hauptsächlich Männer* in den Chefetagen und Aufsichtsräten der Krankenhauskonzerne sitzen und damit die Profite aus der Gesundheitsbranche einstreichen, buckeln vorrangig Frauen* als Krankenpflegerinnen in den Krankenhäusern. Die personelle Decke war dort schon dünn, bevor man je von Covid-19 und einer Corona-Pandemie gehört hat. Die Pandemie hat die sozialen Unterschiede in unserer Gesellschaft jedoch noch einmal deutlicher gemacht: Die Krise ist Kapitalismus unterm Brennglas. Während Konzerne Profite einfahren oder vom Staat in großer Geste mit Milliarden von Euros gerettet werden, müssen Beschäftigte, Studierende, Schüler*innen und Menschen ohne Anstellung hoffen, ihre nächste (überteuerte) Miete, das Essen für die nächste Woche oder das Geburtstagsgeschenk für das eigene Kind bezahlen zu können. Besonders von der Krise und der Politik der Regierung betroffen sind mal wieder Frauen*: Sie arbeiten vermehrt im Niedriglohnsektor, sie werden häufiger Opfer von häuslicher Gewalt, sie übernehmen in Deutschland auch heute noch 72% der Hausarbeit und 55,4% mehr der unbezahlten Care-Arbeit als Männer*. Währenddessen wird in der Corona-Pandemie von ihnen erwartet, sich im Home-Office freiwillig selbst auszubeuten, indem sie gleichzeitig vollen Arbeitseinsatz, liebevolle Kinderbetreuung und Homeschooling leisten müssen. Zudem sind sie weitaus häufiger als Männer* alleinerziehend und haben aufgrund von patriarchalen Strukturen schlechtere Chancen, einen Job zu bekommen, mit dem man über die Runden kommt. Die Doppelbelastung der Frau* im Kapitalismus wird durch die Krise nicht nur weiter manifestiert, diese trägt vielmehr zu einer Rückkehr in traditionelle Rollenbilder und damit einem Rückschritt im Kampf um Gleichberechtigung und Emanzipation bei.
    Menschen, die sich als Frauen identifizieren, erfahren unterschiedliche Diskriminierungsformen, die zudem miteinander verschränkt sein können. Frauen* werden diskriminiert aufgrund von: Ethnizität, Herkunft, Hautfarbe, Identität, sexueller Orientierung, Religion, Gesundheit, Aussehen, Alter, Zugang zu Geld und Bildung. Wir solidarisieren uns mit den Betroffenen von jeglichen Diskrimierungsformen! Unsere Gemeinsamkeiten und Unterschiede wollen wir wahrnehmen, anerkennen und mitdenken bei allem, was wir tun. Wir wissen, dass das kapitalistische System uns spalten will, damit wir nicht gemeinsam gegen Ungerechtigkeit kämpfen!

    Lasst uns durch unsere Vielfältigkeit stark werden und solidarisch für eine Welt ohne Rassismus, Diskriminierung und Ausbeutung einstehen! Der Kampf gegen Vorurteile, Ungleichbehandlung, Zwang, Ausbeutung und Gewalt gegen Frauen, Lesben, Inter-, Nicht-binäre und Trans-Personen (FLINT) ist ein gemeinsamer Kampf!

    Unterstützt deswegen mit eurer Organisation, Partei, Gewerkschaft, Jugendorganisation, Schüler*innen-/Studierendenorganisation oder Gruppe das Feministische Bündnis Trier (FBT) und den Aufruf zur Demonstration!

    Kommt am 8. März um 16:30Uhr zum Porta-Nigra-Platz, um mit uns für eine bessere Welt zu demonstrieren!

    Anmerkung 1: Wir sehen die bestehenden Geschlechterkategorien als gesellschaftlich konstruiert, also gesellschaftlich hergestellt an. Das zweigeschlechtliche System nur bestehend aus „Frau“ und „Mann“ ist veraltet und falsch. Da aber dies in der Gesellschaft noch nicht vollends übernommen wurde und noch hauptsächlich benutzt wird, ergänzen wir die Begriffe „Frau“ und „Mann“ mit einem Sternchen (*). Dies kennzeichnet die gesellschaftliche Konstruktion und schließt ebenso alle Menschen ein, die im System nicht repräsentiert werden.

    Anmerkung 2: Die Eigenbezeichnung Antirassist*innen drückt aus, dass wir uns gegen jede Form des strukturellen Rassismus stellen. Auch und gerade die eigenen, durch das strukturell rassistische System überlieferten und erlernten Rassismen, die ein*e jede*r in sich trägt.

    – Aufgrund der Pandemie-Situation kann es zu einer Änderung des Veranstaltungscharakters kommen. Möglich ist ggf. eine Kundgebung oder die Verschiebung auf den Frauen-Streik-Tag am 14. Juni. Wir informieren Dich dazu auf den Social-Media-Kanälen und unter https://feministischesbuendnis.noblogs.org/